Kategorie: Portfolio

Hier finden Sie eine Auswahl bisher erschienener Biografien, die ich als Autorin oder im Ghostwriting auf der Basis lebengeschichtlicher Interviews verfasst habe. Manche dieser Biografien habe ich redaktionell überarbeitet.

  • #cordonhaus – Adventliches Funkeln mit Tiefgang

    #cordonhaus – Adventliches Funkeln mit Tiefgang

    Schon beim Betreten der Städtischen Galerie Cordonhaus liegt ein feiner Duft von Fichtenadeln in der Luft. Spiegelglasreste glitzern wie eingefrorene Regentropfen und reflektieren das Licht. Die Künstler Torsten Mühlbach und Gregor Passens verwandeln Recycling-Material in Poesie. Sie zeigen die fragile Schönheit der Natur.

    „Raindrops keep falling on my head“

    Jahrzehnte nach der Gründung des Club of Rome, der sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt, verkündete B. J. Thomas Mitte der 70er Jahre in seinem Welthit „Raindrops keep falling on my head“ eine musikalische Glücksformel. Weitere 50 Jahre später – die Erderwärmung steigt – gestalten zwei Künstler in raumgreifenden Installationen Werke, die wirken.

    Spielerisch, spiegelnd, poetisch

    Torsten Mühlbach und Gregor Passens arbeiten seit 2021 zusammen. Sie sind bekannt für ihren spielerischen Umgang mit bereits verwendetem Material – bislang vor allem Spiegelglasreste und Keramik. In der Städtischen Galerie Cordonhaus kommen nun auch Reste aus dem Weihnachtsbaumverkauf hinzu. Zeitgleich zeigt das Duo am Eingang des Münchner Tollwood-Festivals eine aus Spiegelfragmenten zusammengesetzte, sechs Meter hohe Friedenstaube.

    Innehalten erleben

    Die Arbeiten der beiden Künstler sind voller Ästhetik, Poesie und künstlerischer Tiefe. Sie rufen beim Publikum ebenso Entschleunigung hervor wie die Beschäftigung mit der Idee dahinter. Ressourcenverantwortung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit – das sind die Themen, die das Duo bewegen.

    Ein Kaktus verbindet

    Ein Highlight der Ausstellung sind Gerüste in der Form des Westernkaktus (Carnegiea gigantea), bestückt mit Fichten- und Tannenresten. Der Kaktus zeigt, ebenso wie der Nadelbaum, die weltumspannende Beziehung der existenziellen Ressource Wasser. Europas Wälder speichern Wasser genauso wie die Kakteen in den Wüsten Südkaliforniens und Mexikos. In der Ausstellung „Raindrops keep falling on my head“ wird diese Verbindung zum Sinnbild für global verstandenen Umweltschutz.

    Wassertropfen aus Spiegeln

    Im zweiten Raum füllt ein schimmernder Schleier aus hängenden Spiegelresten den Raum. Sie erinnern an fallende Regentropfen – und spiegeln zugleich jede Besucherin und jeden Besucher zurück. Die Botschaft: Wir sind Teil dieser Welt, wir gehören zur Natur, und wir tragen Verantwortung für sie.

    Über die Künstler

    Gregor Passens (geb. 1974 in Berchtesgaden) und Thorsten Mühlbach (geb. 1974 in Torgau/Sachsen) studierten Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Beide sind vielfach ausgezeichnet und in Ausstellungen sowie Kunst-am-Bau-Projekten vertreten.

    Meinen Pressetext zur Ausstellung finden Sie hier. Danke an Anjalie Chaubal, Leiterin der Städtischen Galerie Cordonhaus, und Simone Seifert, Kuratorin dieser Ausstellung, für die gute Zusammenarbeit.

    Ausstellung bis 18. Januar 2026

    Fotos: Renate Gütersloh, Julia Weigl-Wagner

  • #kulturwissen – Bühne mit Biene

    #kulturwissen – Bühne mit Biene

    Wieder eine Entdeckung in der hundertjährigen Turnhalle des TV 1875 Burglengenfeld: Während ich vor einigen Wochen die Schlange registrierte, die sich um das charakteristische Eichenlaub-Dekor um den Bühnenraum windet, sichtete ich jetzt eine Biene.

    Genau im gegenüberliegenden Stuck-Segment der Girlande versteckt sich – weiß in weiß – eine herrlich plastisch gearbeitete Biene. Symbolisch steht sie für Fleiß, Arbeitseifer und Ordnung. Sie gilt als wehrhaft und durchsetzungsstark. Im Ägypten der Antike symbolisiert die Biene Weisheit, Unsterblichkeit und Wohlstand. So erscheint das Insekt in der hundertjährigen Turnhalle eher als Ergänzung der Schlange auf der gegenüberliegenden Seite als ihr Widerpart. Ähnlich wie die Schlange war die Biene in den 20er Jahren beliebtes gestalterisches Motiv. Die Symbolwelt rund um Turnen, Sport und Bewegung wurde reicher.

  • #lebensgeschichten – Louise Lang bläst Glas

    #lebensgeschichten – Louise Lang bläst Glas

    „Louise Lang hat im Badehaus eingeheizt“, sagt Axel T. Schmidt zur Begrüßung. Mit ihrem mobilen Schmelzofen schuf die Glaskünstlerin unzählige Blasen, die – genial arrangiert – sprudelndes, stehendes und an den Rand platschendes Wasser nachahmen.

    Arbeitsschritt für Arbeitsschritt fertigte Louise Lang die zerbrechlichen Bubbles, lies sie auskühlen und trug Blase für Blase in das Becken des als Kunst- und Ausstellungsort umgenutzten Badehauses Maiersreuth. Jetzt sieht es aus, als flute jemand über zwei Schwallwasserhähne das geflieste Bassin. Unter den Zuläufen sprudelt das Wasser, das gegenüber an die Beckenwand platscht und zu den Seiten hin ausläuft.

    Die Faszination Glas begleitet Louise Lang (*1993 in Tegernsee) seit ihren frühen Jahren. „Alles aus Glas war unendlich wertvoll für mich“, erzählt die Künstlerin im Gespräch mit Wilma Rapf-Karikari am 11. Oktober im Badehaus. Glasmacherin werden – Louise setze alles daran, eine Ausbildung in der Glasfachschule in Zwiesel beginnen zu können. Schließlich überzeugte sie den Schulleiter von ihrer Eignung.

    Wird sie in einem Männerberuf, der viel körperliche Kraft erfordert, reüssieren? Für Louise Lang, aufgewachsen mit drei Brüdern im Bayerischen Wald, stellt sich die Frage erst gar sich. Sie macht einfach. Sie bläst Glas. Zwischen 2009 und 2012 absolviert sie die an der Glasfachschule Zwiesel die Glasmacherlehre. Es folgen zwei Jahre Weiberwalz durch Glasstudios in 22 Ländern auf vier Kontinenten.

    Louise Lang fasziniert die Demut in der Arbeit in japanischen Glashütten, genauso wie der Umgang mit dem Scheitern. Jedes Land lehrt andere Fähigkeiten im Umgang mit der vielseitigen Technik des Glasblasens, den Farben, Formen, Zusammensetzungen des Materials, der Brechung des Lichts.

    Nach der Weiberwalz ist Louise Lang mit so gut wie allen Techniken des Glasmachens vertraut. So gestärkt bewirbt sie sich an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig für den Fachbereich Freie Kunst. Sie studiert bei Thomas Rentmeister, Asta Gröting und Björn Dahlem. 2022 wird sie Rentmeisters Meisterschülerin.

    Louise Langs Ausstellungsliste ist eine Liste großartiger Ereignisse – Installationen, Einzelausstellungen mit Glasobjekten sowie Gruppenausstellungen. Kooperationen sind wichtig, klar. Darunter ist eine ganz besondere. Es ist die Zusammenarbeit mit der Berliner Glaskünstlerin Veronika Beckh. Die beiden Frauen verstehen sich blind und ohne Worte. Am Schmelzofen ist das wichtig. „Glasmachen ist Teamarbeit“, verrät Veronika Beck, auch ihre Arbeiten sind noch bis zum 26. Oktober 2025, samstags und sonntags jeweils zwischen 11 und 17 Uhr im Badehaus Maiersreuth zu sehen. Außerdem sind Mad C und Margot Luf in der genannten Ausstellung vertreten. Sie heißt „THE OTHER TOUCH••••GLAS••••“

  • #lebensgeschichten – „Andrea lebte nur drei Tage“

    #lebensgeschichten – „Andrea lebte nur drei Tage“

    Vor einem Vierteljahrhundert erlebte ich die kürzeste Schreibzeit für ein dickes Buch . Unter dem Titel „So war’s – Regensburg 2000“ sollte ein großformatiger Bildband an unzählige Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Konzerte, Weinproben und Sportevents erinnern. Ich ließ Andrea, Studentin aus Hamburg, über das große Regensburgjahr 2000 staunen und erzählen. Ihre Begeisterung über die Stadt, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit gehört, sollte sie in Briefen, Postkarten, Tagebucheinträgen und E-Mails so richtig ausleben können.
    Also schlüpfte ich, damals 36, in die Rolle der 21jährigen Studentin Andrea. Drei Tage lang schrieb ich als wäre ich sie. Es entstand ein schweres Buch, das ich gerade wieder entdeckte.

    Das Zeitdokument gibt es in den einschlägigen Internet-Antiquariaten.

    Mittelbayerische Zeitung im Oktober 2000, Text: Marianne Sperb

    Weigl, Julia u.a.: So war’s – Regensburg 2000, bebildert, Hg.: Stadt Regensburg, 2000

  • #lebensgeschichten – Nachbar und Kollege überm Berg

    #lebensgeschichten – Nachbar und Kollege überm Berg

    Das Kapitel „Nachbar und Kollege überm Berg“ in meiner Max-Bresele Biografie handelt von der Künstlerfreundschaft zwischen Heiko Herrmann und Max. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Pertolzhofen Uckersdorf – Heiko Herrmann und Max Bresele – Objekte und Malerei“ in Adlmannstein las ich daraus. Fein kuratiert zeigt die Schau in Garten, Schaulager und Galerie, wie verbunden die beiden Künstler in ihren Werken sind.

    Ausstellung bis zum 12. Oktober 2025, jeweils sonntags zwischen 14.00 und 17.00 und nach Vereinbarung bei info@kunstpartner.eu, KUNSTPARTNER – Schaulager und Galerie, Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler, Alterthanner Straße 1, 93170 Adlmannstein.

    Weigl-Wagner, Julia: Idyllenstörer Max Bresele
    hrsg. v. Kunstverein Weiden e.V., 2025
    104 Seiten mit Abbildungen
    als Paperback, 14,99 Euro (ISBN 978-3-00081-665-9)
    und E-Book 7,99 Euro (ISBN 978-3-384-53366-1)

    Beitragsfoto: Justus Fabi