Kategorie: Portfolio

Hier finden Sie eine Auswahl bisher erschienener Biografien, die ich als Autorin oder im Ghostwriting auf der Basis lebengeschichtlicher Interviews verfasst habe. Manche dieser Biografien habe ich redaktionell überarbeitet.

  • #lebensgeschichten – Stroh zu Gold oder: Der Wert des Alltäglichen

    #lebensgeschichten – Stroh zu Gold oder: Der Wert des Alltäglichen

    Der Blick fällt durch die Glastür in die profanierte Minoritenkirche im Historischen Museum Regensburg. Myriaden von Halmen schimmern goldgelb im Licht dieses Sonntags Ende März: „Stroh zu Gold“ ist eine Installation von Regina Hellwig-Schmid – zu sehen bis 17. Mai 2026.

    Im Innern der Kirche liegt der Geruch gedroschenen Strohs. Zwischen vier tragenden Säulen erhebt sich eine fünf Meter hohe, himmelstrebende Skulptur. Erst bei näherem Hinsehen werden einzelne vergoldete Halme sichtbar, deren Reflexe die überwältigende Ansammlung von kurzen und langen Stängeln zum Leuchten bringen.

    Künstlerin kuratiert Dialog

    Die Künstlerin Regina Hellwig-Schmid hat dieses bewegende Bild ersonnen. Seine besondere Spannung bezieht das Werk aus der Präsentation des scheinbar Wertlosen in der sakralen Architektur der historischen Klosterkirche. Zwischen ideeller und materieller Verheißung changierend, kuratiert die Künstlerin mit jeder Handvoll Stroh und jedem einzelnen aufwändig vergoldeten Halm den weitreichenden Dialog über zentrale Begriffe unseres Daseins. Mit „Stroh zu Gold“ visualisiert Regina Hellwig-Schmid ihr Lebensthema. Sie eröffnet Gespräche über Wert, Reichtum und die Sinnhaftigkeit menschlichen Strebens.

    Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Ende März verknüpft Prof. Dr. Christiane Heibach, Professorin für Medienästhetik an der Universität Regensburg, die Arbeit von Regina Hellwig-Schmid mit dem „Rumpelstilzchen“ der Gebrüder Grimm. Im Märchen behauptet der Müller, seine Tochter könne Stroh zu Gold spinnen, damit der König sie zur Frau nehme.

    Das Rumpelstilzchen – Eine Analyse

    Heibachs Analyse arbeitet die unterschiedlichen Wertesysteme im Märchen heraus. Macht, Gier, Lüge und Manipulation seien in diesem Zusammenhang die wesentlichen Koordinaten – und Dummheit. Die Wissenschaftlerin fragt sich, was das für ein König sei, „der sich gar nicht wundert, warum der Müller so arm ist, obwohl seine Tochter Stroh zu Gold spinnen kann.“ Sie erinnert daran, dass Märchen nie von der Vergangenheit erzählen, sondern stets von der Gegenwart, in der sie abgerufen werden. Die Wertesysteme im Märchen prallen aufeinander und zerbrechen. Der Tauschhandel – Materielles gegen Liebe, gesponnenes Gold gegen das erstgeborene Kind der Königin gewordenen Müllerstochter – geht nicht auf. „Ach wie gut, dass niemand weiß …“: Rumpelstilzchen ist sich seiner Sache allzu sicher und rechnet nicht damit, dass es sich verrät und damit den Handel untergräbt. Doch genau das geschieht. Aus Wut über sich selbst reißt es sich mitten entzwei. 

    Christiane Heibach: Kunstwerk sucht Verbindung

    Auch wenn das Motiv „Stroh zu Gold“ dem Märchen entlehnt ist, steckt in der übergroßen Pyramide aus Stroh eine andere Wahrheit. Während sich die Verwandlung von Stroh zu Gold in der Nacherzählung der Gebrüder Grimm „schnurr, schnurr“ innerhalb kürzester Zeit vollzieht, um die unstillbare Gier des Königs zu bedienen, spricht aus der Arbeit von Regina Hellwig-Schmid die Intensität von Arbeit, Geduld und Zuwendung. Die Künstlerin nähert die Wertesysteme des Materiellen ebenso wie des Emotionalen in der unendlichen Beschäftigung mit dem Material und der sparsamen Setzung der aufwändig mit Blattgold umhüllten Halme einander an. Im unteren Teil der Strohpyramide befinden sich nur wenige goldene Halme, oben sind es mehr. In fünf Metern Höhe sind sie kaum erreichbar, aber sie existieren.

    Regina Hellwig-Schmid schafft Werte, „auch wenn es unendlich viel Arbeit macht“. Die Künstlerin wisse, dass sie es nie schafft, „den ganzen Strohhaufen zu verwandeln“ resümiert Prof. Dr. Christiane Heibach. So gelingt die Annäherung von Wertlosem und Wertvollem: „Das Gold verschmilzt mit dem Stroh“ zu einer großartigen Verbindung. Im Kunstwerk wird das scheinbar Alltägliche aufgewertet – und der Blick auf die Wirklichkeit verändert sich.  

    Hier finden Sie meinen Pressetext zur Ausstellung mit Informationen zum Begleitprogramm. – Ich danke der Künstlerin Regina Hellwig-Schmid und der Stadt Regensburg für die Zusammenarbeit. 

    PRESSEMITTEILUNG
    mit der freundlichen Bitte um Veröffentlichung

    Stroh zu Gold: Wert – Reichtum – Sinn

    Rauminstallation und Performances der Regensburger Kulturpreisträgerin Regina Hellwig-Schmid in der Minoritenkirche

    REGENSBURG.Was macht eine Sache wertvoll? Ist es das Material, die Arbeit, die darin steckt oder der Wert, den wir ihr zuschreiben. „Stroh zu Gold“ nennt die Künstlerin Regina Hellwig-Schmid ihre Rauminstallation in der Minoritenkirche im Historischen Museum. Sie wird am 29. März mit einer Performance der Künstlerin eröffnet.

    Im Inneren der Regensburger Minoritenkirche leuchtet es golden. Es riecht nach Stroh. Die Künstlerin Regina Hellwig-Schmid verwandelt Stroh zu Gold. Im sakralen Raum changiert ihr Werk zwischen ideeller und materieller Verheißung. In Installation und Performance hinterfragt sie Wert, Reichtum und Sinn. Hellwig-Schmid eröffnet so einen weitreichenden Dialog.

    Während der Laufzeit der Ausstellung (30. März bis 17. Mai 2026, Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10:00 bis 16:00 Uhr) finden jeweils an den Sonntagen Gespräche statt, die den wirtschaftlichen, ernährungsbezogenen, kunsthistorischen, philosophischen, religiösen und mythischen Kontext ausleuchten.

    Was ist wertvoll?
    Besucherinnen und Besucher erwartet eine überwältigende Skulptur aus Stroh. Wer genau hinschaut, erkennt einzelne goldene Halme. – Stroh ist ein weitgehend wertloses Nebenprodukt aus der Landwirtschaft. Gleichzeitig präsentieren sich Teile der Installation von Regina Hellwig-Schmid als eines der wertvollsten und begehrenswertesten Materialien – Gold. Während die Krisen und Kriege rund um den Erdball bedrohlich näher rücken, schießt der Goldpreis durch die Decke. Doch was macht seinen Wert aus? Was ist wertvoll? Hat nicht König Midas im antiken Epos die Ambivalenz des Goldes eindrucksvoll vorgeführt? Oder Rumpelstilzchen im Grimm’schen Märchen?

    Der Schatz der Bettelmönche
    Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Regina Hellwig-Schmid mit dem vielgestaltigen Thema „Stroh zu Gold“. Im Museum der Arbeit in Hamburg zeigte sie 2006 eine Schatztruhe, aus der statt Gold Stroh quoll. Jetzt gewinnt das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven an Dimension und Sinnhaftigkeit. Im sakralen Raum der ehemaligen Bettelordenskirche der Minoriten bewegt sich die Bildsprache der Künstlerin zwischen materieller und ideeller Verheißung.

    Lebensthema der Künstlerin
    „Stroh zu Gold“ avancierte zum Lebensthema der Künstlerin, wurde zur Allegorie für das eigene Tun. Stroh steht für Ernte, Nahrung und Überleben, für Arbeit und Kreisläufe, für das Fundament menschlicher Kultur. Gold hingegen symbolisiert Macht, Transzendenz, Reichtum und göttliche Verheißung. „Gerade im Aufeinandertreffen beider Materialien wird sichtbar, dass Wert keine feste Größe ist, sondern eine Zuschreibung – ein kultureller, sozialer und ökonomischer Akt“, sagt Regina Hellwig-Schmid über ihre raumgreifende Installation aus Milliarden von Halmen. Ein Teil davon vergoldet.

    Regina Hellwig-Schmid – Vita
    Regina Hellwig-Schmid ist Künstlerin und Kuratorin. In den vergangenen Jahren überzeugte sie mit Ausstellungen (Auswahl) im Frauenmuseum Bonn, im Museum der Arbeit in Hamburg, bei den Kunstsammlungen Bistum Regensburg oder beim Europaparlament in Brüssel. Bis Ende Dezember 2025 war die von Regina Hellwig-Schmid co-kuratierte Ausstellung „Sheroes – Heldinnen“ (Positionen aus Südosteuropa) im Frauenmuseum in Bonn zu sehen. Regina Hellwig-Schmid lebt und arbeitet in Regensburg. Sie ist Präsidentin des Künstlerverbunds im Haus der Kunst München e.V. sowie Gründerin des KunstKnoten e.V. und des donumenta e.V. für zeitgenössische Kunst. Hellwig-Schmid wurde mit dem Kulturpreis Bayern und dem Kulturpreis der Stadt Regensburg geehrt. Sie ist ausgezeichnet mit dem Preis Frau Europas der Europäischen Bewegung Deutschlands 2004 und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

    Sonntagsgespräche über Bedeutung und Wert

    „stroh zu gold“ berührt zahlreiche Sinnzusammenhänge. Ernährung, Existenz und Wert sind nur einige davon. Während der Laufzeit der Ausstellungen finden in der Minoritenkirche des Historischen Museums in Regensburg jeweils um 11.00 Uhr Gespräche statt. Referentinnen und Referenten geben Impulse für weiterführende Sonntagsgespräche – an einem Tisch.

    • Peter Geiger beginnt am Ostersonntag, den 5. April 2026 mit der Frage Was ist wertvoll – das Gold oder die Geschichten, die wir ihm zuschreiben?
    • Dr. Maria Baumann, Museumsleiterin und Diözesankonservatorin beim Bistum Regensburg, umreißt am 12. April 2026 das Thema Gold in der Kunst – Zeichen des Göttlichen.
    • Monika Reinecker vom Gut Aukofen bei Mintrachingspricht am 19. April 2026 über den Zusammenhang von Brot, Ernte, Leben – Ursprung allen Reichtums.
    • Susanne Niemannbringt am 26. April 2026 Psychologische Aspekte – Wert, Anerkennung und Selbstbild ins Gespräch.
    • Dr. Birgit Angerer, Kreisheimatpflegerin im Landkreis Schwandorf,konzentriert sich am 3. Mai 2026 auf Ethnologische Aspekte – Stroh im Alltag
    • Nach Gold und Glaube – Verheißung oder Versuchung? fragt am 10. Mai 2026 Hans Simon-Pelanda
    • Rumpelstilzchen – das Märchen steht bei Julia Weigl-Wagner am 17. Mai 2026 auf dem Programm.

    Fotos:

    „Stroh zu Gold“: Für ihre Installation bearbeitete Regina Hellwig-Schmid gewöhnliches Stroh. (Fotos: Dominik Hupf)

  • #lebensgeschichten – Meine Biografien auf der Art Karlsruhe

    #lebensgeschichten – Meine Biografien auf der Art Karlsruhe

    Auf der Art Karlsruhe können Besucher*innen vom 5. – 8. Februar 2026 in zwei meiner Biografien schmökern. Kunstpartner aus Adlmannstein stellt in Halle 2, (Stand D11 / H2/D11) sein Schaulagerkonzept mit Werken von Susanne Böhm, Max Bresele und Margot Luf vor.

    Die Biografien „Idyllenstörer Max Bresele“ und „Margot Luf – Ein Sterntalerleben“ spüren den Lebensgeschichten von zwei außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeiten nach.

    Blick in das Kunstpartnerschaulager auf der Art Karlsruhe. (Fotos: Ingo Kübler)

  • #cordonhaus – Adventliches Funkeln mit Tiefgang

    #cordonhaus – Adventliches Funkeln mit Tiefgang

    Schon beim Betreten der Städtischen Galerie Cordonhaus liegt ein feiner Duft von Fichtenadeln in der Luft. Spiegelglasreste glitzern wie eingefrorene Regentropfen und reflektieren das Licht. Die Künstler Torsten Mühlbach und Gregor Passens verwandeln Recycling-Material in Poesie. Sie zeigen die fragile Schönheit der Natur.

    „Raindrops keep falling on my head“

    Jahrzehnte nach der Gründung des Club of Rome, der sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt, verkündete B. J. Thomas Mitte der 70er Jahre in seinem Welthit „Raindrops keep falling on my head“ eine musikalische Glücksformel. Weitere 50 Jahre später – die Erderwärmung steigt – gestalten zwei Künstler in raumgreifenden Installationen Werke, die wirken.

    Spielerisch, spiegelnd, poetisch

    Torsten Mühlbach und Gregor Passens arbeiten seit 2021 zusammen. Sie sind bekannt für ihren spielerischen Umgang mit bereits verwendetem Material – bislang vor allem Spiegelglasreste und Keramik. In der Städtischen Galerie Cordonhaus kommen nun auch Reste aus dem Weihnachtsbaumverkauf hinzu. Zeitgleich zeigt das Duo am Eingang des Münchner Tollwood-Festivals eine aus Spiegelfragmenten zusammengesetzte, sechs Meter hohe Friedenstaube.

    Innehalten erleben

    Die Arbeiten der beiden Künstler sind voller Ästhetik, Poesie und künstlerischer Tiefe. Sie rufen beim Publikum ebenso Entschleunigung hervor wie die Beschäftigung mit der Idee dahinter. Ressourcenverantwortung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit – das sind die Themen, die das Duo bewegen.

    Ein Kaktus verbindet

    Ein Highlight der Ausstellung sind Gerüste in der Form des Westernkaktus (Carnegiea gigantea), bestückt mit Fichten- und Tannenresten. Der Kaktus zeigt, ebenso wie der Nadelbaum, die weltumspannende Beziehung der existenziellen Ressource Wasser. Europas Wälder speichern Wasser genauso wie die Kakteen in den Wüsten Südkaliforniens und Mexikos. In der Ausstellung „Raindrops keep falling on my head“ wird diese Verbindung zum Sinnbild für global verstandenen Umweltschutz.

    Wassertropfen aus Spiegeln

    Im zweiten Raum füllt ein schimmernder Schleier aus hängenden Spiegelresten den Raum. Sie erinnern an fallende Regentropfen – und spiegeln zugleich jede Besucherin und jeden Besucher zurück. Die Botschaft: Wir sind Teil dieser Welt, wir gehören zur Natur, und wir tragen Verantwortung für sie.

    Über die Künstler

    Gregor Passens (geb. 1974 in Berchtesgaden) und Thorsten Mühlbach (geb. 1974 in Torgau/Sachsen) studierten Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Beide sind vielfach ausgezeichnet und in Ausstellungen sowie Kunst-am-Bau-Projekten vertreten.

    Meinen Pressetext zur Ausstellung finden Sie hier. Danke an Anjalie Chaubal, Leiterin der Städtischen Galerie Cordonhaus, und Simone Seifert, Kuratorin dieser Ausstellung, für die gute Zusammenarbeit.

    Ausstellung bis 18. Januar 2026

    Fotos: Renate Gütersloh, Julia Weigl-Wagner

  • #kulturwissen – Bühne mit Biene

    #kulturwissen – Bühne mit Biene

    Wieder eine Entdeckung in der hundertjährigen Turnhalle des TV 1875 Burglengenfeld: Während ich vor einigen Wochen die Schlange registrierte, die sich um das charakteristische Eichenlaub-Dekor um den Bühnenraum windet, sichtete ich jetzt eine Biene.

    Genau im gegenüberliegenden Stuck-Segment der Girlande versteckt sich – weiß in weiß – eine herrlich plastisch gearbeitete Biene. Symbolisch steht sie für Fleiß, Arbeitseifer und Ordnung. Sie gilt als wehrhaft und durchsetzungsstark. Im Ägypten der Antike symbolisiert die Biene Weisheit, Unsterblichkeit und Wohlstand. So erscheint das Insekt in der hundertjährigen Turnhalle eher als Ergänzung der Schlange auf der gegenüberliegenden Seite als ihr Widerpart. Ähnlich wie die Schlange war die Biene in den 20er Jahren beliebtes gestalterisches Motiv. Die Symbolwelt rund um Turnen, Sport und Bewegung wurde reicher.

  • #lebensgeschichten – Louise Lang bläst Glas

    #lebensgeschichten – Louise Lang bläst Glas

    „Louise Lang hat im Badehaus eingeheizt“, sagt Axel T. Schmidt zur Begrüßung. Mit ihrem mobilen Schmelzofen schuf die Glaskünstlerin unzählige Blasen, die – genial arrangiert – sprudelndes, stehendes und an den Rand platschendes Wasser nachahmen.

    Arbeitsschritt für Arbeitsschritt fertigte Louise Lang die zerbrechlichen Bubbles, lies sie auskühlen und trug Blase für Blase in das Becken des als Kunst- und Ausstellungsort umgenutzten Badehauses Maiersreuth. Jetzt sieht es aus, als flute jemand über zwei Schwallwasserhähne das geflieste Bassin. Unter den Zuläufen sprudelt das Wasser, das gegenüber an die Beckenwand platscht und zu den Seiten hin ausläuft.

    Die Faszination Glas begleitet Louise Lang (*1993 in Tegernsee) seit ihren frühen Jahren. „Alles aus Glas war unendlich wertvoll für mich“, erzählt die Künstlerin im Gespräch mit Wilma Rapf-Karikari am 11. Oktober im Badehaus. Glasmacherin werden – Louise setze alles daran, eine Ausbildung in der Glasfachschule in Zwiesel beginnen zu können. Schließlich überzeugte sie den Schulleiter von ihrer Eignung.

    Wird sie in einem Männerberuf, der viel körperliche Kraft erfordert, reüssieren? Für Louise Lang, aufgewachsen mit drei Brüdern im Bayerischen Wald, stellt sich die Frage erst gar sich. Sie macht einfach. Sie bläst Glas. Zwischen 2009 und 2012 absolviert sie die an der Glasfachschule Zwiesel die Glasmacherlehre. Es folgen zwei Jahre Weiberwalz durch Glasstudios in 22 Ländern auf vier Kontinenten.

    Louise Lang fasziniert die Demut in der Arbeit in japanischen Glashütten, genauso wie der Umgang mit dem Scheitern. Jedes Land lehrt andere Fähigkeiten im Umgang mit der vielseitigen Technik des Glasblasens, den Farben, Formen, Zusammensetzungen des Materials, der Brechung des Lichts.

    Nach der Weiberwalz ist Louise Lang mit so gut wie allen Techniken des Glasmachens vertraut. So gestärkt bewirbt sie sich an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig für den Fachbereich Freie Kunst. Sie studiert bei Thomas Rentmeister, Asta Gröting und Björn Dahlem. 2022 wird sie Rentmeisters Meisterschülerin.

    Louise Langs Ausstellungsliste ist eine Liste großartiger Ereignisse – Installationen, Einzelausstellungen mit Glasobjekten sowie Gruppenausstellungen. Kooperationen sind wichtig, klar. Darunter ist eine ganz besondere. Es ist die Zusammenarbeit mit der Berliner Glaskünstlerin Veronika Beckh. Die beiden Frauen verstehen sich blind und ohne Worte. Am Schmelzofen ist das wichtig. „Glasmachen ist Teamarbeit“, verrät Veronika Beck, auch ihre Arbeiten sind noch bis zum 26. Oktober 2025, samstags und sonntags jeweils zwischen 11 und 17 Uhr im Badehaus Maiersreuth zu sehen. Außerdem sind Mad C und Margot Luf in der genannten Ausstellung vertreten. Sie heißt „THE OTHER TOUCH••••GLAS••••“

  • #lebensgeschichten – „Andrea lebte nur drei Tage“

    #lebensgeschichten – „Andrea lebte nur drei Tage“

    Vor einem Vierteljahrhundert erlebte ich die kürzeste Schreibzeit für ein dickes Buch . Unter dem Titel „So war’s – Regensburg 2000“ sollte ein großformatiger Bildband an unzählige Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Konzerte, Weinproben und Sportevents erinnern. Ich ließ Andrea, Studentin aus Hamburg, über das große Regensburgjahr 2000 staunen und erzählen. Ihre Begeisterung über die Stadt, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit gehört, sollte sie in Briefen, Postkarten, Tagebucheinträgen und E-Mails so richtig ausleben können.
    Also schlüpfte ich, damals 36, in die Rolle der 21jährigen Studentin Andrea. Drei Tage lang schrieb ich als wäre ich sie. Es entstand ein schweres Buch, das ich gerade wieder entdeckte.

    Das Zeitdokument gibt es in den einschlägigen Internet-Antiquariaten.

    Mittelbayerische Zeitung im Oktober 2000, Text: Marianne Sperb

    Weigl, Julia u.a.: So war’s – Regensburg 2000, bebildert, Hg.: Stadt Regensburg, 2000

  • #lebensgeschichten – Nachbar und Kollege überm Berg

    #lebensgeschichten – Nachbar und Kollege überm Berg

    Das Kapitel „Nachbar und Kollege überm Berg“ in meiner Max-Bresele Biografie handelt von der Künstlerfreundschaft zwischen Heiko Herrmann und Max. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Pertolzhofen Uckersdorf – Heiko Herrmann und Max Bresele – Objekte und Malerei“ in Adlmannstein las ich daraus. Fein kuratiert zeigt die Schau in Garten, Schaulager und Galerie, wie verbunden die beiden Künstler in ihren Werken sind.

    Ausstellung bis zum 12. Oktober 2025, jeweils sonntags zwischen 14.00 und 17.00 und nach Vereinbarung bei info@kunstpartner.eu, KUNSTPARTNER – Schaulager und Galerie, Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler, Alterthanner Straße 1, 93170 Adlmannstein.

    Weigl-Wagner, Julia: Idyllenstörer Max Bresele
    hrsg. v. Kunstverein Weiden e.V., 2025
    104 Seiten mit Abbildungen
    als Paperback, 14,99 Euro (ISBN 978-3-00081-665-9)
    und E-Book 7,99 Euro (ISBN 978-3-384-53366-1)

    Beitragsfoto: Justus Fabi