

„Time Tapestry“ ist eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Cordonhaus – bis zum 8. November 2026. Die Arbeiten von Anke Völk, Tobias Buckel und Gabriel Vormstein sensibilisieren für Zeit, Wahrnehmung und Veränderung.
„Time Tapestry“ – Tun wir einmal so, als wäre Zeit ein Gewebe und wir könnten alles mögliche mit ihr anstellen. Sie würde nicht nur vergehen, vielmehr könnten wir sie nach Herzenslust gestalten, ihrem Sinn nachgehen und anderen mitteilen, was sie uns erzählt. Das wäre ganz anders, als die Kommunikation in Posts mit Emojis, die aus uns 0/8/15-Kommunikatorinnen und Kommunikatoren gemacht hat, die mit den immer gleichen Zeichen zunehmend gleiche Zustandsbeschreibungen in ihre Blasen posuanen. In ihren Werken für „Time Tapestry“ gehen Anke Völk, Tobias Buckel und Gabriel Vormstein bildnerisch dem Phänomen Zeit nach.
„Wie lange dauert es, wenn Anke Völk ihre großformatigen Arbeiten gestaltet,“ fragt eine Besucherin. Anke Völk, Tobias Buckel und Gabriel Vormstein versetzen uns in einen vordigitalen Zustand und treffen dabei ins Schwarze der Gegenwart.
Gabriel Vormstein grundiert mehrere Lagen Zeitung mit weißer Farbe, bis nur noch wenig Druckerschwärze durchschimmert. So schafft er Raum für Neues, Leere und Zeit. Tobias Buckel gestaltet durchscheinende Räume und schafft so eine neue Qualität der Begegnung.
Das ist mein Pressetext zur Ausstellung:
Zeit oder: Die Kunst der Wahrnehmung
Time Tapestry: Künstler*innen verwandeln das Cordonhaus
CHAM. Die Ausstellung „Time Tapestry“ sensibilisiert für Zeit, Wahrnehmung und Veränderung. Anke Völk, Tobias Buckel und Gabriel Vormstein entwickeln mit ihren Werken neue Varianten der Annäherung an den Wandel und der Wahrnehmung von Langsamkeit. – Kuratiert wurde die Herbstausstellung von Galerieleiterin Anjalie ist bis zum 8. November in der Städtischen Galerie Cordonhaus zu sehen.
Malerei, Installation und Intervention der drei Kunstschaffenden Anke Völk, Tobias Buckel und Gabriel Vormstein präsentieren Wirklichkeit wie in Zeitlupe. Wer sich Zeit nimmt, erfährt wie Vergangenes in die Gegenwart hineinschimmert und sich das Gegenwärtige als unmittelbare Erfahrung entfaltet.
Unmittelbar physische Begegnung
Die Arbeiten dieser Ausstellung schärfen den Blick, fordern ihn heraus und widersetzen sich der permanenten Zirkulation virtueller Bilder. Anke Völk, Tobias Buckel und Gabriel Vormstein setzen auf die unmittelbar physische Begegnung mit Grafik, Malerei, Installation und räumlicher Interventionen.
Jede dieser Arbeiten tritt dabei in Beziehung zur übergreifenden Installation „Time Tapestry“, die eigens für die Räume der Städtischen Galerie Cordonhaus entwickelt wurde. So wird das Cordonhaus selbst nicht nur zum Ausstellungsort, sondern auch zum Bestandteil der künstlerischen Erfahrung.
Malerei als räumliches Ereignis
Anke Völk untersucht die Beziehung von Farbe, Fläche, Material und Raum. Ihre Malerei bewegt sich zwischen abstrakter Ordnung und körperhafter Präsenz. Farbschichten, Strukturen und malerische Gesten verdichten sich zu abstrakten Bildgefügen, die über den Malgrund hinausreichen und als räumliches Ereignis erlebbar werden.
Chiffren für das Vergängliche
Gabriel Vormsteins Kunst macht das Vergängliche als Materialspur sichtbar. Der Künstler verbindet Malerei, Collage und Assemblage. Er arbeitet mit Zeitungen und Fundstücken aus Holz oder aus der Natur.
Das Zeitungspapier verweist auf Nachrichten und Ereignisse, die bereits vergangen sind. Äste und andere Naturmaterialien tragen die Spuren von Wachstum, Bruch und Verfall in sich. In Vormsteins Arbeiten werden diese Materialien zu fragilen Chiffren für das Vergängliche.
Bildraum wird Erfahrungsraum
Tobias Buckels Arbeiten konstituieren sich erst im Auge des Betrachters. Seine gemalten Räume erzeugen Situationen, in denen Orientierung nicht selbstverständlich ist. Zwischen Bildoberfläche, räumlicher Illusion und Vorstellungskraft entstehen offene Wahrnehmungsräume.
Erst das intensive Zusammenspiel von Blick und Imagination vermittelt zwischen den verschiedenen Ebenen. So wird der Bildraum in Tobias Buckels Arbeiten zum Erfahrungsraum: Er fordert den Blick heraus und lässt Wirklichkeit als etwas Bewegliches und immer wieder neu zu Erschließendes erscheinen.
Time Tapestry verbindet drei eigenständige künstlerische Positionen zu einem vielschichtigen Dialog. Gemeinsam ist ihnen das Interesse an Übergängen: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Bild und Raum, Ordnung und Auflösung, Dauer und Vergänglichkeit.
Im besten Fall geschähe das in Malerei, Skulptur und Intervention.


















