„Louise Lang hat im Badehaus eingeheizt“, sagt Axel T. Schmidt zur Begrüßung. Mit ihrem mobilen Schmelzofen schuf die Glaskünstlerin unzählige Blasen, die – genial arrangiert – sprudelndes, stehendes und an den Rand platschendes Wasser nachahmen.
Arbeitsschritt für Arbeitsschritt fertigte Louise Lang die zerbrechlichen Bubbles, lies sie auskühlen und trug Blase für Blase in das Becken des als Kunst- und Ausstellungsort umgenutzten Badehauses Maiersreuth. Jetzt sieht es aus, als flute jemand über zwei Schwallwasserhähne das geflieste Bassin. Unter den Zuläufen sprudelt das Wasser, das gegenüber an die Beckenwand platscht und zu den Seiten hin ausläuft.
Die Faszination Glas begleitet Louise Lang (*1993 in Tegernsee) seit ihren frühen Jahren. „Alles aus Glas war unendlich wertvoll für mich“, erzählt die Künstlerin im Gespräch mit Wilma Rapf-Karikari am 11. Oktober im Badehaus. Glasmacherin werden – Louise setze alles daran, eine Ausbildung in der Glasfachschule in Zwiesel beginnen zu können. Schließlich überzeugte sie den Schulleiter von ihrer Eignung.
Wird sie in einem Männerberuf, der viel körperliche Kraft erfordert, reüssieren? Für Louise Lang, aufgewachsen mit drei Brüdern im Bayerischen Wald, stellt sich die Frage erst gar sich. Sie macht einfach. Sie bläst Glas. Zwischen 2009 und 2012 absolviert sie die an der Glasfachschule Zwiesel die Glasmacherlehre. Es folgen zwei Jahre Weiberwalz durch Glasstudios in 22 Ländern auf vier Kontinenten.
Louise Lang fasziniert die Demut in der Arbeit in japanischen Glashütten, genauso wie der Umgang mit dem Scheitern. Jedes Land lehrt andere Fähigkeiten im Umgang mit der vielseitigen Technik des Glasblasens, den Farben, Formen, Zusammensetzungen des Materials, der Brechung des Lichts.
Nach der Weiberwalz ist Louise Lang mit so gut wie allen Techniken des Glasmachens vertraut. So gestärkt bewirbt sie sich an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig für den Fachbereich Freie Kunst. Sie studiert bei Thomas Rentmeister, Asta Gröting und Björn Dahlem. 2022 wird sie Rentmeisters Meisterschülerin.
Louise Langs Ausstellungsliste ist eine Liste großartiger Ereignisse – Installationen, Einzelausstellungen mit Glasobjekten sowie Gruppenausstellungen. Kooperationen sind wichtig, klar. Darunter ist eine ganz besondere. Es ist die Zusammenarbeit mit der Berliner Glaskünstlerin Veronika Beckh. Die beiden Frauen verstehen sich blind und ohne Worte. Am Schmelzofen ist das wichtig. „Glasmachen ist Teamarbeit“, verrät Veronika Beck, auch ihre Arbeiten sind noch bis zum 26. Oktober 2025, samstags und sonntags jeweils zwischen 11 und 17 Uhr im Badehaus Maiersreuth zu sehen. Außerdem sind Mad C und Margot Luf in der genannten Ausstellung vertreten. Sie heißt „THE OTHER TOUCH••••GLAS••••“
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